Die Umgebung der vier Hengist-Gemeinden stellt auf Grund ihrer erdgeschichtlichen Entwicklungsgeschichte und der hier gemachten Funde hervorragend
erhaltener Versteinerungen eines der erdwissenschaftlich bedeutendsten Gebiete der Steiermark dar.
Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen belegen die Bedeutung dieses Areals.
Das Gebiet des Hengist-Kulturparks ist zum großen Teil aufgebaut aus Gesteinen, die hier vor ca. 15 Millionen Jahren im Bereich eines tropischen Meeres abgelagert wurden. So sehen wir im Wildoner Schlossberg und Buchkogel Reste eines einstigen Riffes, an das nach Osten hin eine flache schlammige Meeresbucht anschloss. Neben dem weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Fossilreichtum dieser Gesteine ist aber auch der damals aktive Vulkanismus im Raum Weitendorf mit seinen teilweise extrem seltenen Mineralarten verantwortlich für die einzigartige erdgeschichtliche Vergangenheit dieses Gebietes. Zusätzlich ragte damals bei Hengsberg eine Insel aus dem Meer, deren Gesteine ein Alter von über 400 Millionen Jahren aufweisen.
Im Rahmen der Veranstaltungen des Hengist Kulturparks (Fossilien- und Mineraliensammeln, geologische Wanderungen und Goldwaschen unter fachkundiger Anleitung) werden diese steinernen Zeugnisse der Erdgeschichte wieder zum Leben erweckt.
Der Vulkan von Weitendorf
Nördlich der Ortschaft Weitendorf kam es vor etwa 15 Millionen Jahren im Bereich einer flachen Meeresbucht zum Ausbruch eines Vulkans, der hier eine über 30 m mächtige Basaltdecke schuf. Der Steinbruch von Weitendorf, der in diesen Gesteinen angelegt ist, gibt wie ein Fenster in die Vergangenheit Einblick in die erdgeschichtliche Entwicklung der Mittelsteiermark. [PDF HM 2/2006, 4-9]
Der Kuketz: 400 Millionen Jahre Erdgeschichte
Zwischen Weitendorf und Hengsberg liegt direkt an der Kainach der 399 Meter hohe Kuketz. Der geologische Aufbau dieses unauffälligen Bergrückens weist eine Besonderheit auf. In einigen Gräben treten unter und neben Sanden und Mergeln, die hier vor etwa 15 Millionen Jahren im Bereich eines Flachmeeres abgelagert wurden, Gesteine zutage, die ein Alter von über 400 Millionen Jahren aufweisen und weit jenseits des Äquators entstanden. [PDF HM 2/2007, 17-19]
Sonderausstellung im Gemeindeamt Weitendorf: Vom Tropenmeer zum Murtal – 400 Millionen Jahre Erdgeschichte der Mittleren Steiermark
Die Entstehung der heutigen Landschaft um die vier Hengist-Gemeinden reicht weit in die erdgeschichtliche Vergangenheit zurück. Über 400 Millionen Jahre alte Gesteine am Kuketz und im Murbett bei Lebring sind die frühesten Spuren geologischer Prozesse im Kulturpark Hengist und belegen starke vulkanische Tätigkeit zur damaligen Zeit.
Großwüchsige Muscheln und Schnecken, deren nächste Verwandte heute im Indischen Ozean leben, Korallen und Zähne von über 20 Haifisch- und Rochenarten sind steinerne Zeugen, die die Existenz eines tropischen Meeres im Bereich der Mittleren Steiermark vor etwa 15 Millionen Jahren belegen. Ein aktiver Vulkan bei Weitendorf verlieh diesem Lebensraum eine besondere Note.
Zähne von Mammut und Wollhaarnashorn aus den Schotterterrassen die hier vor 500.000 bis 10.000 Jahren durch die Flüsse Mur, Kainach und Laßnitz abgelagert wurden, entstammen einem Zeitraum, als große Teile Mittel- und Nordeuropas von einem mächtigen Eispanzer bedeckt waren.
Die Ausstellung „Vom Tropenmeer zum Murtal“ dokumentiert anhand einzigartiger Fossilien und Mineralien aus öffentlichen und privaten Sammlungen die erdgeschichtliche Entwicklung dieses Teils der Steiermark vom einstigen Meeresboden zur heutigen Landschaft.